„Humor im Betrieblichen Gesundheitsmanagement“ – Kann Humor wirklich den Krankenstand senken?

Krankentage kosten Geld und das nicht erst, seitdem Unternehmen mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Führungskräfte haben ein Interesse an und eine Verantwortung für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Aber wer denkt dabei schon an den gezielten Humor-Einsatz? Einen Einblick gibt Frau Ullmann vom Deutschen Institut für Humor:

Humor und Gesundheit, wie passt das denn zusammen?

Führungskräfte haben ein hohes Interesse an und eine Verantwortung für die Gesundheit der Mitarbeiter. Bei Belastung und Mehrarbeit haben sie auch eine Verantwortung für ihre eigene Gesundheit. Trotzdem klingt Betriebliches Gesundheitsmanagement für Mitarbeiter oft wie eingeschlafene Füße. Humor kann das verändern. Man kann Gesundheitsthemen humorvoll verpacken. Dazu dürfen zuerst die Führungskräfte im Unternehmen den Humor zulassen und können ihn nutzen.

Haben Sie ein Beispiel?

Stellen Sie sich vor: Ein großes Rathaus im barocken Stil, davor stehen 20 Home-Trainer. Ein Publikum versammelt sich an den ungewöhnlich platzierten Fahrrädern. Einige ZuschauerInnen steigen auf die Räder und radeln los. Plötzlich geht ein Licht-Signal an der Häuserwand an. Es entsteht die Licht-Silouette eines gut aussehenden und gut gebauten Mannes. Er winkt und beginnt einen Striptease. Der Mann zieht sich jedoch nur dann weiter aus, wenn weiter geradelt wird. Sensationelle Stimmung im Publikum. Bevor er die Hüllen fallen lässt, hält er ein Schild vor den Körper, auf dem steht: „Gratulation, Sie haben gerade 2000 Kalorien verbrannt!“ So wird betriebliches Gesundheitsmanagement sexy.

Nicht jede Führungskraft bzw. jedes Unternehmen hat solche sensationellen Ideen.

Muss auch gar nicht sein. Humor für trockene Themen zuzulassen, bedeutet auch kleine Humorschritte zu gehen. In der Kantine kann ein Schild hängen: wer heute schon gejoggt oder Fahrrad gefahren ist, bekommt den Kaffee gratis. Am Tag der Gesundheit kann man den Fahrstuhl abstellen, so dass alle Mitarbeiter, die zum Seminar für mehr Gesundheit die 3 Stockwerke zu Fuß laufen müssen. Ein liebevolles Humorschild am Fahrstuhl „Ich funktioniere heute nicht, um für Ihre Gesundheit zu sorgen“. Wenn in einem Unternehmen, dessen Gebäude aus 5 Stockwerken ohne Fahrstuhl im obersten Stockwerk eine Rutsche bis ganz nach unten gebaut würde, läuft jeder Mitarbeiter gerne mehrmals am Tag in den 5. Stock, um mit viel Spaß runter zu rutschen. Führungskräfte sind aus meiner Erfahrung oft die Impulsgeber für humorvoll verpackte Themen. Sie müssen den Humor zulassen, dann gehört er auch offen zur Unternehmenskultur.

Das Projekt mit den Fahrrädern oder die Rutsche würden jedoch enorme Kosten verursachen.

Ebenso wie die Krankentage der Mitarbeiter. Wenn die Einladung, für die eigene Gesundheit zu sorgen, spielerisch verpackt ist, überwinden viel mehr MitarbeiterInnen ihren inneren Schweinehund. Humor ist eine Investition mit Return on Investment. Es lohnt sich. Wenn damit der Krankenstand um 2 % gesenkt werden kann, ist das ein sensationelles Ergebnis.

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